Perfektionismus, wann bin ich zufrieden?

Ich sitze vor meinem Werk, ich arbeite schon seit Tagen daran. Ich habe ein Ziel vor Augen. Weiß nicht genau wie ich da hinkommen soll. Mein Weg ist offen, ich bin frei genug um zu improvisieren.

Meine Hände tragen mich weiter. Eine Idee jagt die andere und ich versinke in meiner Arbeit. Vergesse zu essen, vergesse zu schlafen. Vergesse alles um mich herum.


Es ist einer dieser Tage an denen ich zu nichts komme, außer meinen Eingebungen zu folgen. Mein Rücken tut weh, mein Nacken wird steif. Ich muss mich zur Abwechslung mal bewegen. Ich mache meine Musik lauter und tanze die Schmerzen weg. Zumindest denke ich das.

Aber die Kreativität lässt mich nicht los. Ich bin in einem stetigen Optimierungsprozess. Mein Kopf arbeitet auf Hoch-Touren aber das merke ich kaum. Zu sehr stecke ich in meiner Wolke und sehe nur das was direkt vor mir liegt. Würde ich mir nichts zu trinken hinstellen, würde ich sogar das vergessen. Die Zeit rennt und ich merk es nicht.

Versunken, das bin ich.

Es ist schön, ich liebe das Gefühl und wenn es nach mir geht mach ich ohne auf zusehen weiter.

Bis dann der Punkt kommt, wo ich weiß ab jetzt würde ich nur noch verschlimmbessern. Dann guck ich auf und nehme Abstand. Schau mir mein Werk für Tage nicht mehr an. Der Abstand muss noch größer werden. Ich brauche das. Es gehört zu meinem Prozess.

Wenn ich es mir dann nach einiger Zeit wieder an schau, denke ich oft: “Das ist von mir?“ So viel Abstand muss ich haben. Sonst kann ich es nicht abschließen, mein Projekt.

Denn am Ende bin ich lange unzufrieden, sehe die Makel. Sehe was nicht so geklappt hat wie ich es mir vorgestellt habe. Ich brauche Zeit, Zeit um mich objektiver damit befassen zu können.

Heute stehen Werke bei mir auf die ich stolz bin. Die ich lange als ungenügend angesehen habe. Aber diese kleinen Makel machen es erst lebendig und zu einem Teil von mir. Das musste mir erst klar werden. Seit dem bin ich befreit von dem Druck alles Perfekt machen zu wollen. Denn ich bin keine Maschine, ich produziere nicht und das ist gut so!


Kennt ihr ihn auch den Perfektionismus? Wie kommt ihr damit klar? Habt ihr einen Weg gefunden damit umzugehen oder konntet ihr ihn besiegen, den Druck Perfekt zu sein?

Ich freue mich auf den Austausch.

Liebe Grüße mit Pünktchen

7 Kommentare zu „Perfektionismus, wann bin ich zufrieden?

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  1. Ich kann deine Gefühle dazu nachempfinden, mir geht es da genau so.
    Ich hab dafr auch noch keine Lösung gefunden. Zeitweise ist es mal besser und mal schlechter mit dem Perfektionismus.
    Vllt findet sowas nie wirklich ein Ende ^^‘

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    1. Ich habe das Gefühl, das viele mit dem Perfektionismus zu kämpfen haben. Ich höre sowas immer Mal wieder aus allen möglichen Ecken. Am schlimmsten finde ich den Schaffensdruck der dabei entsteht.

      Wenn man als Künstler von seinen Werken leben muss und will, stell ich mir das noch schwieriger vor damit fertig zu werden.

      Verkaufst du deine Werke eigentlich auch? Ich habe gelesen das du eins deiner Bilder als Geschenk angefertigt hast.

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      1. Ich glaube das ist eine „künstlerkrannkheit“ 😀
        Wenn man nicht gerade extrem von sich selbst überzeugt ist (und genau diese Leute, ist mir aufgefallen, sind nict wirklich besonders gut irgendwie ^^‘
        Weder technisch, noch von ihren Ideen -kA woran das liegt), haben die dann was auf dem Kasten.
        Der Druck, der dabei entstehen kann, führt meistens zu einer Art Leerlauf, so habe ich das zumindest kennengelernt.

        Na ja, ich glaube, es kommt drauf an, wie man seine Kunst dann verkaufen will.
        Wenn man einzelne Unikate macht oder ein Bild 50x hetstellt, weil man Vorlagen gibt oder bekommt, die man macht, ob man sowas wie ganze Reihen zu einser bestimmten Zeit für einen Auftraggeber macht.. Ob man rein NUR durch seine Kunst Leben will usw.
        Ich glaube da ist dann evtl das größere Problem auch, erst einmal anfragen für Bilder zu bekommen, die man dann macht oder eben auch größere Projekte an Land zu fischen, womit man wirklich Geld machen kann.
        Erst dann steht da dieser andere Pukt im Raum: was für Ideen hat man, welche setzt man um, wie setzt mann sie um und WANN ist esgut genug für den Auftaggeber evtl auch. Denke das kommt ganz drauf an.

        Das schlimmste ist tatsächlich, diese totale Leere im Kopf und im Gefühl. Wenn man keine Ideen mehr hat, aber meint oder tatsächlich, etwas unbedingt machen zu MÜSSEN oder auch nur zu wollen, aber da kommt einfach NICHTS MEHR aus einem raus.
        Kann viele Gründe haben, das soetwas entsteht.

        Tatsächlich habe ich schon oft, meistens Acrylbilder verkauft. Zuletzt habe ich sogar gesagt bekommen, ich verkaufe mich VOLL UNTER dem Wert :’D
        Fakt ist, ich hab keine Ahnung ob ich überhaupt was verlangen DÜRFTE für mein Zeug. So gut finde ich es nämlich gar nicht ^^‘
        Ich verkaufe aber erstmal nichts, es sei denn man fragt mich, weil ich eher noch beschissener werde, als ich je war…
        Bin Händetechnisch etwas eingeschränkt mittlerweile ^^‘
        Weiß nicht, find nich so gut was ich mache, als dass ich es zu ermauf anbieten würde und wirklich Geld dafür verlangen könnt..

        Wie ist es bei dir? schon mal was verkauft oder hast du das mal vor?

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      2. Ja, diese Leere im Kopf, das kenn ich auch sehr gut. Leider…
        Aber bisher gab es immer wieder kreative Phasen, in denen ich nicht wusste wohin mit den ganzen Idee. Dann führe ich mittlerweile Buch, für Momente wenn Ebbe ist.

        Ich muss zugeben dass es mir sehr schwer fällt Werke einfach zu verschenken.
        Wenn ich mir explizit für jemanden Gedanken mache und dann die ganze Zeit auf das fertige Geschenk hinarbeiten, ist das noch relativ leicht.
        Aber etwas zu kreieren, mit Herzblut und es dann zu verkaufen, würde ich wohl momentan nicht übers Herz bringen.

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      3. irgendwie echt ne super idee, sollte ich auch mal mit anfangen!!

        ja, das kann ich verstehen. die dinge, die ich einfach verschenken kann, fertige ich direkt von frund auf für die entsprechende person dann auch an 🙂
        dinge, die ich so richtig mit herzblut mache fallen mir auch schwer sie zuu verkaufen sogar ^^‘

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      4. Ich finde sich Notizen zu machen ist eine große Erleichterung.

        Aber selbst wenn man Mal gar nichts zustande bekommt, sollte man nie zu streng mit sich sein.
        *Riet sie anderen und hatte selbst Schwierigkeiten das umzusetzten*. 😉

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      5. ja, auch das kenn ich rigendwoher 😀
        das rat ich auch jedem und kriegs selbst nich hin ^^ (wahrscheinlich auch eine „künstlerkrankheit“)

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